Kaufvertrag für ein HausDer Traum von den eigenen vier Wänden muss nicht zwangsläufig mit Stress verbunden sein. Ältere Häuser haben oft den Vorteil, dass sie in gefragten Lagen stehen, über einen gewachsenen Garten verfügen und günstiger als ein Neubau sind. Aber egal ob Neubau oder gebrauchtes Haus, ein Hauskauf will immer gut durchgerechnet und überlegt sein. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Überprüfung von Altersschäden und Baumängeln.

Am Anfang einer jeden Immobiliensuche steht immer die Frage: was genau benötige ich? Wird sich meine Familie vergrößern und wie viel Platz benötigen wir dann? Anschließend kommt die Analyse der Finanzen. Sie sollten sich schon zu Beginn Klarheit über das vorhandene Budget verschaffen. Nur so lassen sich Enttäuschungen von vornherein vermeiden, wenn etwa das Budget am Ende nur für eine Doppelhaushälfte, nicht aber für den Traum-Bungalow reicht.

Ihr neues Haus: worauf Sie achten sollten – tappen Sie nicht in die Kostenfalle

Villa and Pool in the EveningFür die Suche nach Ihrer neuen Immobilie sollten Sie mindestens sechs Monate einplanen. Erste Hinweise auf Objekte gibt es zum Beispiel im Internet oder in der Zeitung. Auch Nachfragen im Bauamt und in der Nachbarschaft sind hilfreich und kostenlos. Bei Maklern wird immer eine Provision fällig. Möchten Sie dennoch einen Makler einschalten, dann sollten Sie sich in die Kundenkartei aufnehmen lassen, denn vorgemerkte Kunden werden oft mit anderen Angeboten bedient als solche, die per Internet Exposés anfordern.

Das A und O beim Hauskauf ist auf jeden Fall die Lage, gehen Sie hier keine Kompromisse ein, denn die Lage können Sie nicht verändern. Erfüllt ein Haus die Voraussetzungen, wie die Anzahl der Zimmerzahl und der Fläche, entscheidet die Lage maßgeblich über den Wert der Immobilie und damit über deren Preis. Luxus in einer schlechten Lage verkauft sich schlechter als schlechtere Häuser in einer guten Lage. Nehmen Sie auch das Umfeld genau unter die Lupe. Sind Schulen, Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten, Bus- und Bahnanbindungen vorhanden? Ein Rundgang durch die Umgebung verschafft oft einen ersten Überblick. Empfehlenswert ist auch ein Gespräch mit den Nachbarn. Hier erhalten Sie oft hilfreiche Informationen für das spätere Mit- bzw. Nebeneinander. Ein Blick in die Bebauungspläne und in die Bodengutachten hilft, möglichen Schadstoffen oder Grundwasserproblemen auf die Schliche zu kommen. In Ostdeutschland sollten auch Aktivitäten des Kampfmittelräumdienstes beachtet werden, dieser entschärft unter anderem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.

Ihr neues Haus: worauf Sie achten sollten – schauen Sie in jede Ecke

Raumpläne und TaschenrechnerHaben Sie ein Haus gefunden, das Ihnen zusagt, so sollten Sie von außen nach innen und vom Keller bis zum Speicher besichtigen. Hierfür benötigen Sie mindestens zwei Termine. Einen ersten, um Lage, Größe, Aufteilung und Ausstattung zu prüfen und einen zweiten, um gründlich in die Ecken zu gucken. Auf diese Weise können der Sanierungsbedarf und eventuelle Wertminderung besser eingeschätzt werden. Jede Generation von Häusern hat ihre Schwachpunkte, angefangen bei Rost an tragenden Elementen, Keller ohne Abdichtung, korrodierte Leitungen bis hin zu morschen Balken. Bei Gebäuden aus der Nachkriegszeit kommen oft Blei-Wasserleitungen und ungedämmte Dächer vor. In Immobilien, die zwischen den Jahren 1646 und 1989 gebaut wurden, stecken oft giftige Holzschutzmittel und Asbest. In nahezu allen älteren Gebäuden ist zudem die Wärmedämmung und der Schallschutz ein großes Problem. Kaufwillige von älteren Häusern sollten einen Sachverständigen oder Architekten zur Besichtigung mitzunehmen und eine Bestandsaufnahme machen.Wenn Mängel vorhanden sind, müssen diese in die Modernisierungskosten eingerechnet werden.

Ihr neues Haus: worauf Sie achten sollten – Notartermin

planting the houseBevor der Kaufvertrag unterschrieben wird, sollten Sie die Finanzierungszusage der Bank in der Tasche haben. Außerdem muss ein Termin beim Notar vereinbart werden, wo sämtliche Fragen zum üblicherweise vom Makler oder Verkäufer entworfenen Kaufvertrag gestellt werden und dieser Vertrag gegebenenfalls geändert wird. Normalerweise steht in dem Vertrag “gekauft wie gesehen“. Es ist aber ratsam, Mängel sowie Zahlungs- und Übergabemodalitäten in den Vertrag aufzunehmen. Der Entwurf sollte spätestens zwei Wochen vor der Beurkundung vorliegen. So haben Sie noch genügend Zeit zum Überlegen. Der Kauf eines Hauses ist für die meisten Menschen die größte Investition ihres Lebens. Leider entdecken laut einer Untersuchung des TÜV Rheinland 40 Prozent der Käufer erst später Mängel an der Immobilie. Viele vertrauen bei der Besichtigung vor einem Kauf allein auf ihr eigenes Urteil und übersehen Mängel, die sie später als Eigentümer teuer zu stehen kommen.

Ihr neues Haus: worauf Sie achten sollten – Die häufigsten Mängel

Die meisten Schwachstellen betreffen Fenster, Heizungsanlagen und die Elektroinstallationen, gefolgt vom Sanitärbereich, Keller und dem Dach des Hauses. Aus diesem Grund sollten ein Immobilienkauf nie ohne fachmännische Unterstützung erfolgen, worauf aber mehr als die Hälfte der Befragten verzichtet. Ein Viertel sucht Hilfe im Bekanntenkreis, nur 15 Prozent setzen auf eine professionelle Beratung, beispielsweise durch einen unabhängigen Immobiliensachverständigen oder Architekten, der sich in Bezug auf Bestandsimmobilien sehr gut auskennt. Der Begriff Sachverständiger ist in Deutschland allerdings nicht geschützt.